Uraufführung «Hymnus an das Leben»

Es ist immer ein besonderer Moment, wenn ein eigenes Werk zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Im Fall des «Hymnus» ist es dadurch noch verstärkt so, dass ich nicht nur die Musik komponiert, sondern auch den Text geschrieben habe. Es ist ein Stück über die Transzendenz der Natur, unser Leben als Menschen und die Gegenwart der jenseitigen Welt. Es repräsentiert einen wichtigen Teil meiner Spiritualität, die mich seit jungen Jahren begleitet und die sich in den letzten Jahren weiter entwickelt und vertieft hat.

Das Stück trägt den Untertitel «Requiem aeternam» und nimmt damit Bezug auf die jahrhundertealte Totenmesse, die in Vertonungen wie denjenigen von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi und vielen anderen im Laufe der Zeit unzählige Menschen erreicht und berührt hat. Jedoch ist mein «Hymnus» weniger eine Totenmesse im eigentlichen Sinn, sondern mehr ein Gesang über das Leben und ein Hymnus an die stete Verwandlung unseres Daseins. Wo Neues geboren wird, stirbt Altes. Dass dieses Alte in Frieden ruhen möge, drückt der Hymnus aus. Gleichzeitig besingt er die Nähe derjenigen Realität, die wir je nach spirituellem Hintergrund als Jenseits, Himmel, geistige Welt oder anders bezeichnen.

Rund 900 Menschen besuchten die Uraufführung im Rahmen der Karfreitags-Vesper am 3. April 2026 in der Kirche St. Laurenzen in St. Gallen. Die Stimmung im Publikum war offen, ruhig und konzentriert. Das Ensemble unter der Leitung von Lukas Bolt war mit ganzem Herzen dabei und machte die Uraufführung zu einem Ereignis, das noch lange in meiner Erinnerung bleiben wird. In sehr grosser Dankbarkeit blicke ich auf diese Vesper zurück. Die zahlreichen Rückmeldungen unmittelbar nach der Vesper oder auch später via Email oder in Briefen haben mich ausserordentlich berührt.

vokalensemble con passione
Melanie Veser, Mezzosopran
Yuko Ishikawa und Iryna Gintova, Violinen
Inez Ellmann, Perkussion
Bernhard Ruchti, Orgel
Lukas Bolt, Leitung
Cathrin Legler und Philipp Kamm, Lesungen

Fotos: Klaus Stadler st.gallerbild.ch