Eine bedeutsame Einladung nach Litauen

Am 21. Februar 2026 gab ich ein Konzert in der litauischen Stadt Šiauliai. Ich folgte der Einladung von Vilhelmas Čepinskis, einem wunderbaren Geiger und Dirigenten. Er hatte mich vor einigen Jahren im Zusammenhang mit meinem A Tempo Projekt kontaktiert. Seither entwickelte sich ein wertvoller Austausch und eine schöne künstlerische Freundschaft. Als wir das Engagement vor etwa einem Jahr festmachten, schlug er vor, dass ich nicht nur Solo-Repertoire, sondern auch ein Klavierkonzert mit der von ihm geleiteten «Camerata Solaris» in Šiauliai spielen solle. Wir einigten uns auf das grosse Klavierkonzert in d-moll von Wolfgang Amadeus Mozart.

Drei Tage vor dem Konzert kam ich im winterlich-eisigen Litauen an. Der Empfang war umso wärmer und herzlicher. Am Tag darauf gab ich für Schülerinnen und Schüler des lokalen Musikgymnasiums eine Meisterklasse. Ich war sehr beeindruckt von der hohen musikalischen Qualität, die ich in den Studierenden bemerkte. Die beiden Lehrerinnen hatten offensichtlich grossen Wert auf eine natürliche Technik und einen flexiblen Anschlag gelegt – zwei Aspekte des Klavierspiels, die mir in meiner Arbeit enorm wichtig sind.

Tags darauf begannen die Proben für das Konzert. Vilhelmas leistet in Šiauliai schon seit Jahren eine grossartige Aufbauarbeit. Dies war sowohl im Orchester wie auch am Konzert selbst spürbar. Die etwa 700 anwesenden Menschen waren unglaublich aufmerksam, und ich spürte einen Hunger nach Live-Musik, wie ich ihn in der musikalisch zuweilen übersättigten Schweiz nicht oft antreffe. Es war eine einzigartige Stimmung in diesem Saal, der aus einem Kino aus sowjetischen Zeiten in einen Mehrzwecksaal umgebaut worden war.

Es war eines der prägendsten künstlerischen Erlebnisse der letzten Jahre für mich und ich bin von Dankbarkeit erfüllt, wenn ich an die Tage zurückdenke.