Klavierkonzerte 2026 in Basel und St. Gallen

«Geistige Virtuosität» – so heisst der Titel der beiden Klavierkonzerte, die ich im Februar 2026 in Basel und St. Gallen geben werde. Dahinter verbirgt sich eine Art musikalischer Strömung, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts von Franz Liszt ausging. Nach vielen Jahren und unzähligen Reisen als Klaviervirtuose hatte Liszt den Virtuosenzirkus satt. Er wollte nicht mehr die immer gleichen Bravourstücke einem hungrigen Publikum darbieten. Er sehnte sich nach Tiefe. In seinen Kompositionen suchte er das «Geistige» in der Musik, den Gehalt, die Transzendenz. Inspiriert war er dabei vor allem von den späten Werken Ludwig van Beethovens.

In meinen beiden Konzerten zeichne ich diese Entwicklung nach. Rund um Ludwig van Beethovens wunderbare Klaviersonate in E-Dur Opus 109 spiele ich ein bezauberndes Werk aus der Virtuosenzeit von Sigismund Thalberg sowie Franz Liszts selten gespielte Erste Ungarische Rhapsodie. Es ist eine Reise ins 19. Jahrhundert, deren innere Kraft auch in der heutigen Zeit unvermindert inspiriert.

Ich freue mich sehr, bereits zum zweiten Mal im Stadtcasino Basel und in der Tonhalle St. Gallen zu Gast zu sein!

Stadtcasino Basel, Hans-Huber-Saal
Samstag, 14. Februar 2026, 19:30 Uhr

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Tonhalle St. Gallen, Grosser Saal
Freitag, 27. Februar 2026, 19:30 Uhr

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Am Donnerstag, 26. Februar 2026, 19:00 Uhr findet zudem im Centrum St. Mangen in St. Gallen eine Konzerteinführung zum Thema «Geistige Virtuosität» statt.

Die wilde Urfassung: Franz Liszts Präludium über B-A-C-H von 1855

Das Werk gehört zum Standardrepertoire für Orgel: Franz Liszts Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H. Liszt schrieb das Stück im Jahr 1855 für die grosse Ladegast-Orgel im Merseburger Dom. Etwa 20 Jahre danach überarbeitete er das Werk, und diese spätere Version wird heute in Konzerten fast ausschliesslich gespielt.

Die frühere Fassung ist jedoch experimenteller und in vielerlei Hinsicht wie ein roher, ungehobelter Diamant. Sie zeugt von Liszts intensiver Beschäftigung mit der Orgel in dieser Zeit und zeigt, wie er die Mittel der Orgel für sich entdeckt, sich zu eigen macht und die orchestralen Qualitäten voll auszuschöpfen beginnt.

Diese faszinierende Urfassung steht im Zentrum meines Eröffnungskonzerts des diesjährigen 2. Orgelfestivals in St. Laurenzen. Das Stück klingt auf der Surround-Orgel fantastisch und ich freue mich enorm auf das Konzert!

Zu Beginn spiele ich zwei Stücke von Johann Sebastian Bach: seine Fantasie und Fuge in c-moll BWV537, die für mich eine grosse biografische Bedeutung hat: war es doch mein erster „grosser Bach“, den ich als junger Orgelschüler gegen den Willen meines damaligen Lehrers einstudiert habe. Dazu gesellt sich das wunderbare Choralvorspiel über „An Wasserflüssen Babylon“.

Ebenfalls auf dem Programm stehen Robert Schumanns tänzerische „Skizzen für Pedalflügel“ Opus 58 sowie ein neues „Intermezzo“ von mir.

Sonntag, 7. September, 16:30 Uhr: Konzerteinführung (Dauer ca. 30 Minuten)
17:30 Uhr: Konzert

Für das Konzert ist eine Platzreservation notwendig: Eventfrog.

Das «A Tempo Projekt» auf den Konzertbühnen: Schweiz-Tournee 2025

In grosser Dankbarkeit blicke ich auf die Schweiz-Tournee im Februar und März 2025 zurück. Sieben Städte, sieben Säle, sieben Klaviere, sieben Mal ein verschiedenes Publikum – die erste «A Tempo Tournee» war nicht nur geografisch eine Reise durch die Schweiz. Die Reihe begann in Aarau und führte über Basel (Stadtcasino), Bern (Casino), Genf (Les Salons), Chur (GKB Auditorium), St. Gallen (Tonhalle) bis nach La Chaux-de-Fonds (Salle de Musique). Das Hauptwerk des Abends, Ludwig van Beethovens „Grosse Sonate für das Hammerklavier“ Opus 106 erklang jedes Mal anders und erbrachte den Beweis: ja, das «A Tempo Projekt» funktioniert auch auf den Konzertbühnen. Die Aufmerksamkeit des Publikums war für mich ein unvergleichliches Erlebnis. Ich konnte all die Herzen und Ohren förmlich spüren, die fast zwei Stunden lang konzentriert der Musik lauschten. Neben Beethoven spielte ich Franz Liszts „Saint François de Paule marchant sur les flots“ und seine Transkription von „Isoldens Liebestod“ sowie meine eigene viersätzige „Suite“ von 2021. Die Rückmeldungen nach den Konzerten waren so, dass ich merkte, wie sehr sich die Menschen von der Musik haben berühren lassen.

Ein grosser Dank gebührt all den Unterstützenden des Crowdfundings sowie der Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung, ohne die die Durchführung der Tournee nicht möglich gewesen wäre. Ebenso danke ich meiner Projektmanagerin Diane Kolin für ihren grossen Einsatz!

Die Planung der bereits angekündigten Konzerte für 2026 und 2027 wird – unter Einbezug der in der Schweiz gesammelten Erfahrungen – in den nächsten Wochen und Monaten erfolgen.

Hier noch ein schöner Artikel zum Thema: Vera Zatti: eine klassische Auszeit. Saiten Kulturmagazin, 14. Februar 2025.

Das A Tempo Projekt auf YouTube.

Bernhard Ruchti geht auf Tournee!

Nach 9 Aufnahmeprojekten und zahlreichen Veröffentlichungen ist es schon fast ein logisch zwingender Schritt: Bernhard Ruchti geht mit seinem A Tempo Projekt auf Tournee. Seit 2018 hat er das A Tempo Projekt durchgeführt, unermüdlich geforscht, neue Interpretationsarten entwickelt und am Instrument perfektioniert. Nun ist es so weit: Von 2025 bis 2028 sind insgesamt vier Konzerttourneen geplant; eine in der Schweiz und drei weitere auf internationaler Ebene. Ein grosses Unterfangen und zweifellos ein ebenso grosses Abenteuer mit sehr viel Neuland – doch was wäre unser Leben, wenn wir nicht mit Mut unsere Träume zu verwirklichen suchten?

Die erste Tournee im Februar/März 2025 wird in 7 Schweizer Städte führen. 2026 werden es die USA und Kanada sein, 2027 Japan und 2028 schliesslich Europa. Alle vier Tourneen werden ein Konzert in der Tonhalle St. Gallen (Schweiz) beinhalten.

Für die Schweizer Tournee startet der Vorverkauf bereits jetzt. Im Zentrum der Konzerte steht eines der Kernwerke des A Tempo Projekts: Ludwig van Beethovens „grosse Sonate für das Hammerklavier“ in B-Dur Opus 106 – in der von Franz Liszt überlieferten Dauer von „fast einer Stunde“. Dazu erklingen zwei Kompositionen von Franz Liszt selber sowie die viersätzige Suite von Bernhard Ruchti.

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Crowdfunding: werden Sie Teil des A Tempo Projekts!

Vier internationale Tourneen zu organisieren und zu spielen, bedeutet nicht nur monatelange Organisation und minutiöse Planung. Es ist auch mit sehr hohen Kosten verbunden. Diese Kosten von insgesamt mehreren Hunderttausend Franken sollen mit Stiftungs-Anfragen sowie mit einem öffentlichen Crowdfunding erbracht werden. Es ist ein grosses Glück, dass für die Schweizer Tournee im Februar 2025 bereits eine Hauptsponsorin gefunden werden konnte: die in St. Gallen ansässige Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung.

Erfahren Sie unter diesem Link mehr über das A Tempo Projekt, über Bernhard Ruchti, über die bevorstehenden vier grossen Konzerttourneen – und werden Sie Unterstützerin und Unterstützer dieses spannenden Projekts! Als Unterstützer:in erhalten Sie einen attraktiven und exklusiven Einblick in die Konzerttourneen, Freikarten zu den Konzerten, CDs aus dem A Tempo Projekt; Sie nehmen an speziellen Veranstaltungen für Sponsor:innen teil, an denen Sie über die Hintergründe des A Tempo Projektes und neuer Interpretationsformen erfahren, und Sie ermöglichen aus erster Hand und ohne Abzüge die Durchführung der Konzerte. Kurz: Sie werden Teil eines grossen Abenteuers!

Zögern Sie nicht, Bernhard Ruchti direkt zu kontaktieren, falls Sie Fragen haben und sich für die Unterstützung der Tourneen interessieren.

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Mozarts letztes Klavierkonzert

Es ist Wolfgang Amadeus Mozarts letztes und vielleicht schönstes Klavierkonzert: Das Konzert in B-Dur KV595. Er vollendete es im Januar 1791. Es scheint keinen bestimmten Anlass dafür gegeben zu haben. Mozart war damals in einer schwierigen Lebenslage, da seine Popularität in Wien zurückging und das Publikum abnehmendes Interesse an seiner Kunst zeigte.

Das B-Dur-Konzert ist – anders als frühere Konzerte – mehr nach innen gewandt. Es strahlt eine einzigartige Balance zwischen einer leisen Melancholie und Resignation und einer gelösten Heiterkeit aus. Sein erster Satz enthält Harmonien von fast schon überirdischer Schönheit. Der zweite Satz, ein Larghetto, ist einer jener vollendet schlichten Melodien, wie sie nur Mozart schreiben konnte. Der letzte Satz schliesslich hat als Thema eine Melodie, die Mozart wenig später für sein bekanntes Lied „Komm lieber Mai“ wiederverwenden sollte.

Ich freue mich riesig, dieses Klavierkonzert unter der Leitung von Lukas Bolt mit Orchester in St. Laurenzen aufführen zu können. In dem Konzert erklingt auch Anton Bruckners frühe klangvolle Missa Solemnis in B-Dur. Aufgrund der übereinstimmenden Tonart der beiden Werke trägt das Konzert den Titel „B-Dur“.

Sonntag, 22. September 2024, 19:00 Uhr, Kirche St. Laurenzen, St. Gallen.

coro veloce
vokalensemble con passione
Chorkreis St. Gallen | Projektsänger:innen
Orchester archi lusingandi sinfonici
Lukas Bolt, Leitung

1. Herbst-Orgelfestival mit Franz Liszts Ad Nos-Fantasie

Ich bin sicher, Franz Liszt hätte seine Freude an der neuen Goll-Orgel in St. Laurenzen gehabt: Zum einen ist sie klanglich flexibel wie der beste Konzertflügel. Zum andern besitzt sie eine sinfonische Kraft und unzählige Farben wie die einzelnen Instrumente des Orchesters. Und darüber hinaus klingt sie von allen Seiten und verleiht der Musik eine neue Transparenz und architektonische Dimension.

Franz Liszts grosse Fantasie und Fuge über den Choral „Ad Nos, ad salutarem undam“ aus dem Jahr 1850 ist ein Stück, das mich schon seit Jahren beschäftigt. Ich liebe es als musikalisches Meisterwerk, und es ist ein eines der Kernwerke meines A Tempo Projektes. Zu seiner seiner Aufführungspraxis unter Liszts eigener Leitung gibt es nämlich ganz konkrete Anhaltspunkte: seine Dauer wird in mehreren, voneinander unabhängigen Quellen mit 40-45 Minuten beziffert – während heutige Aufführungen sich meistens im Bereich von 25-28 Minuten bewegen.

Eine Interpretation im Geiste Liszts braucht also mehr Zeit, mehr Raum, mehr Atem – und genau das kann die Laurenzen-Orgel bieten. Ich freue mich riesig auf die Aufführung dieses Werkes am 1. September 2024 im Rahmen des Eröffnungskonzerts des 1. Laurenzen-Herbst-Orgelfestivals.

Für besonders Interessierte gibt es vor dem Konzert, um 16:15 Uhr, eine halbstündige Einführung in das Werk und seine Geschichte.

Sonntag, 1. September 2024
16:15 Uhr: halbstündige Konzerteinführung
17:30 Uhr: Konzert
Für das Konzert ist eine Platzreservation obligatorisch: https://eventfrog.ch/ruchtisg2

Informationen zum Festival: laurenzen.ch

Meine Aufnahme von Liszts Ad Nos-Fantasie

Die bewegte Geschichte der Ad Nos-Fantasie

Liszt A Tempo III (CD & DVD)

Franz Liszts monumentale Klaviersonate in h-moll bildet den 9. und vorläufig abschliessenden Teil der Aufnahmeserie des A Tempo Projektes. Bernhard Ruchtis Forschungen zur Tempopraxis des 19. Jahrhunderts und zu Franz Liszt im Besonderen fliessen in dieser Aufnahme zusammen. Neben Überlieferungen aus Liszts Schülerkreis spielen auch Überlegungen zu Liszts musikalischen Intentionen eine grosse Rolle. Ein Begriff steht dabei im Zentrum: musikalische Transzendenz.

  • Franz Liszt: Klaviersonate in h-moll
  • Franz Liszt: Impromptu in Fis-Cur
  • Sigismund Thalberg: L’Art du chant appliqué au Piano, Op. 70: No. 19. Casta Diva, Cavatina della Norma del Maestro Bellini.
  • Deutsche und englische Einführungen

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Schubert A Tempo (CD & DVD)

Zum ersten Mal innerhalb des A Tempo Projektes steht die Musik von Franz Schubert im Mittelpunkt. Anders als bei den bisherigen Editionen des Projektes gibt es für Schuberts Musik weder Metronomzahlen noch überlieferte Aufführungsdauern. Der Zugang zum Tempo ist daher ein rein musikalischer. Bernhard Ruchti nahm für seine Interpretation eine der Kernqualitäten von Schuberts Musik zum Ausgangspunkt: die Gesanglichkeit. Diese führte zu einem höchst aufschlussreichen Experiment…

  • Franz Schubert: Klaviersonate in c-moll D958
  • Englische und deutsche Einführungs-Videos
  • Bonus: Frédéric Chopin: Etüde in As-Dur Op. 25 Nr. 1
  • Bonus: Franz Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 8

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Premiere: LACHRIMAE

A special moment in my career as a composer is approaching: the premiere of my new work Lachrimae for mezzo-soprano, violin and organ. The title is inspired by the famous Lachrimae („Tears“) by John Dowland from the late 16th century – but in fact it is a kind of modern „Stabat Mater Dolorosa“ – a contemporary lament that expresses different characters of tears. I wrote the piece especially for the new Surround organ at St. Laurenzen church.

The lyrics for my piece are based on poems by the St. Gallen poet Meie Lutz, which she published some time ago and whose profoundness and lightness at the same time touch me deeply.

It is a pleasure to have Melanie Veser, a singer with great expression and a wonderful voice, and Elisabeth Kohler, a violinist with an outstandingly clear and at the same time heartfelt sound, for the world premiere.

Friday, March 29, 2024, 6pm. St. Laurenzen church, St. Gallen, Switzerland.

Uraufführung: LACHRIMAE

Im Rahmen der Karfreitags-Vesper in der Kirche St. Laurenzen in St. Gallen wird mein neues Werk Lachrimae für Mezzosopran, Violine und Orgel uraufgeführt. Der Titel des Werks ist inspiriert von dem berühmten Stück Lachrimae or seven Teares des englischen Renaissance-Komponisten John Dowland aus dem späten 16. Jahrhundert. „Lachrimae“ (bzw. korrekt lateinisch „lacrimae“) bedeutet „Tränen“ – Tränen des Leids, aber auch der Freude, der Ergriffenheit und manch anderer Stimmungen. Faktisch ist das Werk eine Art modernes Stabat Mater Dolorosa, ein Klagegesang einer um ihren Sohn trauernden Mutter.

Textgrundlage für mein Stück sind Gedichte der St. Galler Lyrikerin Meie Lutz, die sie vor einiger Zeit veröffentlichte und deren Tiefe und zugleich Leichtigkeit mich sehr berühren.

Es ist mir eine Freude, mit Melanie Veser eine Sängerin mit grossem Ausdruck und wunderbarer Stimme und mit Elisabeth Kohler eine Geigerin mit einem kristallklaren und zugleich so zu Herzen gehenden Klang für die Uraufführung gewonnen zu haben.

Kathrin Bolt wird Texte aus der Bibel lesen.

Freitag, 29. März 2024, 18:00 Uhr, Kirche St. Laurenzen, St. Gallen.

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